Gleitschirm

UP Trange X-Race

Es gibt verschiedene Gründe einen neuen Schirm zu kaufen. Die Farben des alten können einem verleiden, man ist mit dem alten überfordert beziehungsweise unterfordert, man hat den alten kaputt gemacht oder man möchte schlicht mal was neues probieren.

 

Nachdem mein Triton 2 light kaum mehr gerade aus flog (trotz guter Trimmung…?!) entschied ich mich einen neuen Schirm zu suchen. Der Schirm sollte spass machen und Leistung haben. Ausserdem möchte ich mich damit – bei allen Bedingungen – wohl fühlen.

Mit dem UP Trango X-Race habe ich genau das gefunden. Eine Wohlfühloase mit richtig Leistung und coolem Handling! Nachdem ich mit dem Schirm  jetzt schon über 50 super tolle Flugstunden erlebte, möchte ich meine Erfahrungen teilen.

Testbericht UP-Trango X-Race:

Start:

Der Trango X-Race verfügt über eine hohe Streckung. Das zeigt sich dementsprechend beim Starten. Bei gutem oder Nullwind ist der Schirm einfach zu starten, bei Seiten- oder Rückenwind muss man die „Schlange“ schon ziemlich zähmen. Alles in allem aber der Klasse entsprechend ok.

Kreisen:

Der Trango ist ausgesprochen effizient im Steigen. Durch die Zuladung lässt sich die Kappe den Verhältnissen gut anpassen.

An extrem starken Tagen flog ich bis zu 10kg überladen, damit war ein Zentrieren in sehr starker Thermik gut möglich, die kappe wurde dabei sehr dynamisch und hart. Das Steigen war aber nur noch mässig, daher empfiehlt es sich nicht, den Schirm zu schwer zu fliegen.

Im mittleren bis zum oberen Gewichtsbereich Steigt der Trango aber äusserst effizient, Er Zeigt das beste Steigen angenehm an ohne dabei nervös zu wirken. Der Trango mag es eng und nicht flach gedreht zu werden. Flaches Drehen ist sowieso Unsinn, wer das Gegenteil behauptet soll mal mit einem Segelflieger fliegen, dann weiss er wieso 😉

Genau dieses richtige „reinhängen“ in die Thermik vermittelt ein sehr sportliches Fluggefühl – das mag ich! Er beschleunigt dabei leicht und wird etwas stabiler. Einhergehend mit der aufgebauten Dynamik kann man das Zentrum extrem effizient ausdrehen ohne dabei ausgehebelt zu werden. Vor allem bei anspruchsvollen Bedingungen fand ich das äusserst angenehm.

Bei schwachen Bedingungen kann der Trango gleichsam gefühlsvoll jedes Steigen mitnehmen. Leicht angebremst gibt er das nötige Feedback über die Bremsen. Auch bei schwachem unstetigem Steigen verliert der Trango kaum Leistung durch übermässige Nickbewegungen.

Die Bremswege sind kurz und er reagiert sehr direkt. Hohe Wingover fliegen sich fast von selbst…

Gleiten:

In den ersten 5 Flügen dachte ich immer ich habe Rückenwind. Erst als meine Kollegen meinten, sie hätten kaum mitgehalten – und ich war erst im Halbgas, wusste ich dass war kein Rückenwind!

Der Trango – vor allem am oberen Gewichtsbereich – fliegt unglaublich schnell. Bis 75% Gas – gleitet er dabei sehr gut und das auch bei sehr turbulenten Bedingungen. Die letzten 25% sind für Hammertage oder für das Flüchten perfekt. Er wird extrem schnell und stabil, bedenkenlos kann mit Vollgas ins Lee gesteuert werden. Der Druck auf den hinteren Tragegurten nimmt dabei so stark ab, dass ein Steuern mit der C-B Ebene gut funktioniert. Vermittelt etwas 2-Leiner Feeling 🙂

Das Gleiten mit Omega X-Alps2, Zeno, Enzo 3 und Delta zeigt einmal mehr wie klein die Leistungsunterschiede sind, beziehungsweise wie viel er Pilot ausmacht. Einmal flog mir ein Rush 4 (Beat) um die Ohren, ein anderes mal Flog ich dem Enzo 3 in Bassano um die Ohren. Als ich auf einem Streckenflug in Italien zufälligerweise in ein Wettkampf kam, zeigte sich, dass man Problemlos mit Zeno-Enzo Gruppen mitfliegen kann, wenn man etwas langsamer (75% Beschleuniger) nach fliegt und schnell zentriert hat. Grundsätzlich hatte ich das Gefühl umso stärker die Bedingungen desto mehr Vorteile hatte ich mit dem Trango.

Extremflugverhalten:

Im realen Flug habe ich noch keinen Klapper erwischt. Simulierte Klapper scheinen der Klasse entsprechend. Das Abdrehen geschieht dank der Streckung eher langsam, der Pilot hat Zeit zum Reagieren. Nicht- oder falsches Reagieren duldet der Schirm – der Klasse entsprechend – nicht!

Ein Fullstall ist sehr angenehm zu fliegen, wenig Tendenz zum Verhängen, Backhoreshoue sollte bei der Einleitung jedoch aktiv verhindert werden.

Landen:

Das Toplanden auf engen Landeplätzen im alpinen Gelände ist bei laminaren Verhältnissen einfach. Der Geschwindigkeitsbereich ist genügend gross und ein Stall wird frühzeitig angekündigt. Bei turbulenten Bedingungen ist die entsprechende Schirmbeherrschung zwingend notwendig. Ein sehr aktiver Flugstil mit sehr schnellen Reflexen ist notwendig, die Leistung macht sich da bemerkbar.

Fazit:

Der Trango ist definitiv ein C-Schirm mit Hochleisterfeeling und muss sich vor den meisten EN-D 3-Leinern überhaupt nicht verstecken. Kurze Steuerwege, hohe Rollfreudigkeit und trotzdem gute Nickdämpfung machen es zum Genuss, den Schirm zu fliegen. Die Stabilität im Gas sowie das aktive Fliegen mittels B-C Ebene sind ein grosses Sicherheits-Plus und erlauben effizient zu gleiten.

Trotz der hohen Streckung empfand ich den Schirm als sehr wendig, feine Turbulenzen spürt man über die Bremse. In sehr Turbulenter Luft „verbiegt“ es den Schirm in alle Himmelsrichtungen ohne dabei Nervös auf den Piloten zu wirken.

Der Ideale XC-, Entdecker- und Biwakschirm für ambitionierte Piloten mit >150 Flugstunden  pro Jahr!

Impressionen:

Flüge:

Trango X-Race als Entdeckerschirm, leicht und unkompliziert. Etappenflug von einem mehrtägigen Biwakflug.

Trango X-Race der Schirm für neue Wege. Eine Route ab dem Urmiberg welche zuvor noch niemand geflogen ist!

Trango X-Race, auch auf Standartrouten einer der besten. An diesem Tag war es einigen bei Chur zu turbulent, der X-Race machte sogar da noch Spass 🙂

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